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mosaiksteine aus dem basler pflaster
Die Basler Häupterkutsche des Ancien Régime

zeichnung von der basler haeupterkutsche

Wenn man vor dem Basler Rathaus steht, dann ist es seltsam zu denken, dass vor den schmiedeeisernen Toren zum Marktplatz einst eine ganz besondere Kutsche vorfuhr. Sie war längs geteilt und man sass darin mit dem Blick zu den Seitenfenstern hinaus. Die kuriose Karrosse war die "Häupterkutsche".

Der Name rührte daher, dass darin die "Häupter" der Stadt, UGH (unsere gnädigen Herren), also die beiden Bürgermeister und die Oberstzunfmeister umhergefahren wurden. Es war keinem der Herren zuzumuten, dass er rückwärts fahren musste während der andere unterwegs vorwärts blickte.

Um die Ehre aller vier Häupter zu schonen, konstruierte man eine Kutsche in der die Herren paarweise nebeneinander in zwei langen seitlichen Kabinen sassen. Schlicht aber edel gestaltet war die spezielle Kutsche, mit Ledervorhängen so wie mit Basilisken und Basler Wappen geschmückt.

Gelenkt wurde das Gefährt vom so genannten "Herrenkarrer", der in die Standesfarben Schwarz und Weiss gekleidet auf dem Kutschbock sass. Wenn die Herren Häupter in ritueller Choregraphie einstiegen, hatten ihnen die Knechte des Stallamts dienstfertig die Kutschentüren zu öffnen.

In ihren voluminösen weissen Halskrausen, stattlichen Perücken und baslerisch-schlichten schwarzen Röcken, fuhren so die gnädigen Herren quer sitzend durch die Basler Gassen. Der Nachteil des seitlichen Fahrens war bloss jener, dass man einzig die Ehrbezeugungen auf der eigenen Wagenseite sah.

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